Im Auftrag des Amtes für Wald, Wild und Fischerei des Kantons Freiburg führten wir diese Studie in Zusammenarbeit mit einer kantonalen Arbeitsgruppe durch:

Das Potential der nachhaltig nutzbaren Holzmenge im Kanton Freiburg stellt eine Grundlage dar, um die zukünftige kantonale Politik für die Ressource Holz zu bestimmen.

Mithilfe dieser Studie soll das Holzvolumen bestimmt werden, das realistisch in den nächsten 10 Jahren im Kanton Freiburg nachhaltig genutzt werden kann. 

6.    Schlussfolgerungen

Eine Gewichtung der Ergebnisse aus den 4 Hauptansätzen und 2 ergänzenden Ansätzen führt uns zu nachfolgenden Schlussfolgerungen.

6.1    Biologisches Potential, Holzzuwachs

Der Zuwachs (potentiell vermarktbar) von etwa 500'000 m3 / Jahr (+/- 5%), der bis jetzt verwendet wurde, scheint für den Kanton Freiburg durchaus plausibel zu sein.

6.2    Maximal nachhaltiges Holznutzungspotential

Das maximal nachhaltige Nutzungspotential (unter Berücksichtigung des momentan stehenden Vorrats) beträgt ungefähr 375'000 m3/Jahr.

6.3    Realistisches Holznutzungspotential

Das realistische Nutzungspotential für die nächsten 10 Jahre (2008-2018) liegt zwischen 275'000 m3/Jahr und 325'000 m3/Jahr.

6.4    Holznutzungsziel

Das Amt für Wald, Wild und Fischerei hat für den Kanton Freiburg bis 2018 als Ziel eine Holznutzung von 325'000 m3/Jahr, davon sind:

  • 225'000 m3 Nadelholz
  • 100'000 m3 Laubholz
  • 185'000 m3 im öffentlichen Wald
  • 140'000 m3 im Privatwald

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • Erhöhung des Holzpreises auf dem Markt.
  • Massnahmen zur Unterstützung und Beratung der Privatwaldeigentümer.
  • Finanzhilfen vom Staat (für waldbauliche Massnahmen in für die Holznutzung schwierigen Lagen usw.).
  • Verbesserung der Strukturen und der Infrastrukturen (Waldzusammenlegungen, Erschliessung).
  • Absatzförderung von Nadelholz-, aber vor allem auch von Laubholzprodukten.

6.5    Differenzierung nach Regionen

Die vorgeschlagenen Zahlen gelten für den ganzen Kanton.

Das Holznutzungspotential variiert im Kanton je nach Region und Waldtyp stark, ebenso nach Eigentumstyp. Deshalb ist es erforderlich, dass die Nachhaltigkeitsaspekte dezentralisiert beurteilt werden.

In den von Lothar stark betroffenen Regionen, dies vor allem im Flachland (See, Broye, Saane, Unterer Sensebezirk), ist das Nutzungspotential momentan gering. Deshalb ist es in den nächsten 10-20 Jahren notwendig, den stehenden Vorrat wieder aufzustocken.

Im öffentlichen Wald wird generell empfohlen, das aktuelle Nutzungspotential beizubehalten.

Das grösste Potential zur Erhöhung der Holznutzung im Kanton befindet sich zur Zeit im Privatwald, im Bergwald und in Laubholzbeständen.

6.6    Klimaerwärmung

Wir haben die Auswirkungen der Klimaerwärmung in dieser Studie nicht berücksichtigt, weil diese, auf kurze Sicht gesehen, nur eine sehr kleine Auswirkung auf das Holznutzungspotential haben dürfte. Die Bäume, die in den nächsten 10 Jahren genutzt werden, sind vor allem diejenigen, die sich momentan in der Baumholzstufe befinden. Zwangsnutzungen vor der Hiebsreife sind im Falle eines Orkans oder Borkenkäferattacken dennoch möglich.

Hingegen sind Auswirkungen der Klimaerwärmung auf längere Sicht (50 Jahre) sehr wahrscheinlich. Ergebnisse aus der Forschung sagen im Mittelland eine Abnahme von Nadelholz (Fichte, Tanne) und eine Zunahme von Laubholz (Buche, Eiche usw.) voraus. Darum bestätigt diese Entwicklungstendenz auch, dass das Nutzungspotential von Laubholz im Steigen begriffen ist.

6.7    Kohlenstoffspeicherung

Die Rolle des Waldes als Kohlenstoffspeicher, die momentan im Rahmen des Kyoto-Protokolls diskutiert wird, wurde in der vorliegenden Studie ebenfalls nicht berücksichtigt. Dieses Element müsste aber in zukünftigen Abschätzungen zum Holznutzungspotential beachtet werden.

6.8    Orkane

Würde in den nächsten 10 Jahren wieder ein neuer Orkan in ähnlichem Ausmass wie Lothar stattfinden, hätte dies natürlich Auswirkungen auf die Ergebnisse der vorliegenden Studie.